Job und Partnerschaft unter einen Hut kriegen – ein paar Tipps

Job und Partnerschaft unter einen Hut kriegen – ein paar Tipps

Der Beruf und die Karriere nehmen viel Lebenszeit in Anspruch. Das ist zwar normal, führt aber nicht immer zu Glück und Zufriedenheit. Vor allem wenn das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit komplett aus dem Gleichgewicht gerät, kann das Privatleben schnell vor einer großen Herausforderung stehen. So manche Karriere, die mit vielen beruflichen Erfolgen einhergeht, hat letztlich die Beziehung gekostet.

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Job und Partnerschaft unter einen Hut kriegen - ein paar Tipps

Wir nennen die häufigsten Faktoren, die zum Beziehungskiller werden können. Und wir geben ein paar Tipps, wie es gelingt, den Job und die Partnerschaft unter einen Hut zu kriegen:

Auslöser für Konflikte in der Partnerschaft und mögliche Lösungen

Kaum Zeit als Paar und ständig Streit, weil der Partner wegen der Arbeit im Dauerstress ist: Wenn der Partner mit dem Job verheiratet zu sein scheint, der Beruf stets vor allem anderen kommt und gemeinsame Unternehmungen zur seltenen Ausnahme werden, kann sich ein Paar auseinanderleben.

Denn während der eine Partner in seinem Beruf aufgeht, fühlt sich der andere Partner ständig zurückgesetzt. Auf Dauer halten das nur die wenigsten Beziehungen aus.

Die Frage zu stellen, was wichtiger ist, Beruf oder Beziehung, Karriere oder Partnerschaft, Geld oder Liebe, ist an dieser Stelle aber auch nicht richtig. Denn es muss nicht auf eine Entweder-Oder-Entscheidung hinauslaufen. Es ist völlig normal, dass sich die Prioritäten manchmal verschieben.

Hat der Partner zum Beispiel gerade einen neuen Job angetreten, steht er vor einer wichtigen Prüfung oder sind die Auftragsbücher sehr voll, hat der Beruf nun einmal Vorrang. Solange die Partnerschaft nur vorübergehend zurückstecken muss, ist das überhaupt kein Problem.

Dass die Beziehung massiv unter der Arbeit leidet, hat andere Gründe. Zu den häufigsten Auslösern, die zu Konflikten führen und sogar zum Trennungsgrund werden können, gehören diese:

Überarbeitung

Dauerstress wirkt sich früher oder später auf die Stimmung zwischen den Partnern aus. Lange Arbeitstage, viele Überstunden, keine arbeitsfreien Tage, Beschwerden von Kunden, Unstimmigkeiten mit den Kollegen oder ein Aufgabenberg, der einfach nicht kleiner werden will, können zur echten Belastungsprobe werden.

Im Berufsalltag lassen sich solche Phasen nicht immer vermeiden. Und es ist verständlich, wenn das Nervenkostüm dann zunehmender dünner wird. Doch wichtig ist, den Stress nicht Zuhause und am Partner auszulassen. Eine offene Kommunikation ist dann entscheidend.

Um Missverständnissen vorzubeugen und Streitigkeiten zu vermeiden, sollte der überarbeitete Partner einräumen, dass er einen sehr stressigen Tag hatte. Genauso kann er ruhig erzählen, was vorgefallen ist oder worüber er sich geärgert hat.

Sein Partner kann so die Laune besser einordnen und bezieht mitunter patzige Antworten nicht auf sich. Gleichzeitig kann er seinem Partner die nötige Zeit geben, um gedanklich daheim anzukommen und runterzufahren.

Übertriebener Ehrgeiz

Ein anderer Auslöser für Konflikte kann zu ausgeprägter beruflicher Ehrgeiz sein. Ein Workaholic lebt für seine Arbeit und treibt sich selbst zu Höchstleistungen an.

Er ist sein größter Kritiker, investiert jede freie Minute in Zusatzaufgaben oder Fortbildungen und fokussiert sich darauf, die Karriereleiter so schnell wie möglich nach oben zu klettern. Dass da für traute Zweisamkeit wenig Zeit und Energie übrig bleibt, liegt in der Natur der Sache.

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Damit die Beziehung nicht zerbricht, braucht es Verständnis und Kompromisse. Die beiden Partner müssen einen Mittelweg finden. So sollte der eine Partner bereit sein, den Ehrgeiz nachzuvollziehen  und die Karrierepläne zu unterstützen, indem er seinem Partner den Rücken stärkt.

Im Gegenzug sollte der arbeitswütige Partner der gemeinsamen Zeit die Bedeutung beimessen, die sie verdient. Er muss für sich begreifen, dass zum Beispiel ein gemeinsamer Abend pro Woche als festes Ritual der Karriere nicht schadet, sondern ihr ganz im Gegenteil noch mehr Schub geben kann.

Besondere Umstände

Spätestens im Zuge der Corona-Krise haben viele Arbeitnehmer ganz neue Herausforderungen kennengelernt. Plötzlich wurde die Wohnung zum Arbeitsplatz. Waren Job und Privatleben bisher räumlich und zeitlich getrennt, kamen sie nun parallel und gebündelt an einem Ort zusammen.

Das konnte schnell dazu führen, dass die Abläufe durcheinandergerieten und die Stimmung kippte. Ähnlich ergeht es oft auch Selbstständigen, die in der Gründungsphase viel um die Ohren haben.

Damit das Home-Office oder die Selbstständigkeit die Partnerschaft nicht überstrapazieren, ist eine gute Organisation das A und O. Am besten ist, einen Plan mit festen Zeiten für die Arbeit, den Haushalt und die Freizeit zu erstellen. So gerät das Verhältnis zwischen Job und Privatleben nicht aus dem Gleichgewicht.

Fernbeziehung

Mancher Job macht einen Umzug notwendig, weil die Entfernung einfach zu groß ist, um täglich hin- und herzufahren. Andere Berufe bringen es mit sich, dass der Partner viel unterwegs ist und oft tagelang nicht nach Hause kommt. Doch nicht jedes Paar hält eine Fernbeziehung aus.

Bei einem beruflich bedingten Umzug ist natürlich die einfachste Lösung, dass der Partner mit umzieht. Ansonsten bleibt dem Paar nicht viel anderes übrig, als das Experiment Fernbeziehung zu wagen. Dann ist einerseits wichtig, die gemeinsame Zeit für sich zu nutzen und zu genießen.

Andererseits ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bloß weil beide Partner daheim sind, müssen sie nicht zwangsläufig gute Laune haben. Vielleicht möchte ein Partner lieber mal wieder etwas mit seinen Freunden unternehmen. Die Partner müssen in einer Fernbeziehung lernen, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Ungleichgewicht innerhalb der Partnerschaft

Eine Ursache für Streitigkeiten kann dann entstehen, wenn die Aufteilung in der Partnerschaft dem entspricht, was landläufig als klassische Rollenverteilung bezeichnet wird. Geht zum Beispiel der Mann in Vollzeit arbeiten und bringt das Geld nach Hause, während die Frau die Kinder versorgt, sich um den Haushalt kümmert und vielleicht nur einem Minijob nachgeht, kann Frust auf beiden Seiten entstehen.

Denn beide müssen den stressigen Alltag bewältigen, können den anderen aber nur bedingt verstehen, weil die typischen Aufgaben und Herausforderungen komplett verschieden sind.

Die Lösung hier ist, das Klischee-Denken über Bord zu werfen. Beide Partner leisten Gleichwertiges und haben gleichermaßen verdient, dass ihre Leistungen anerkannt und wertgeschätzt werden. Deshalb bricht sich auch keiner von beiden einen Zacken aus der Krone, wenn er den anderen in dessen Bereich unterstützt.

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Torben Steuer, 44 Jahre, Personaler, Martin Bachmann, 37 Jahre, Inhaber einer Zeitarbeitsagentur, Martina Schulz, 42 Jahre, Bewerbungs- und Personaltrainerin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Jobs, Weiterbildung, Berufe, Bewerbungen und die Jobsuche.

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