4 Strategien für das Vorstellungsgespräch

4 Strategien für das Vorstellungsgespräch

“Gleich und gleich gesellt sich gern” heißt es in einem Sprichwort. Gemeint ist damit, dass sich zwei Menschen gut verstehen, wenn sie sich vom Typ her ähnlich sind. Gegensätze können zwar ebenfalls sehr interessant und anziehend wirken.

Und es kann durchaus sein, dass sich zwei Menschen, die völlig verschieden sind, gegenseitig hervorragend ergänzen. Treffen aber zwei Menschen mit ähnlichen Charakterzügen, Einstellungen und Interessen aufeinander, stellt sich auf Anhieb eine gewisse Sympathie ein und eine gute Basis für den weiteren gemeinsamen Weg ist gegeben.

Doch all das gilt keineswegs nur für den Privatbereich, für Beziehungen oder Freundschaften. Auch im Vorstellungsgespräch kann genau dies das Erfolgsrezept sein.

Hat der Personaler einen Bewerber vor sich, der ihm vom Typ her ähnelt, wird er nämlich annehmen, dass gute Chancen auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und das gemeinsame Erreichen der Ziele gegeben sind. Folglich stehen auch die Aussichten, dass der Bewerber das Vorstellungsgespräch erfolgreich hinter sich bringt, sehr gut.

Doch was ist, wenn der Personaler und der Bewerber zwei komplett unterschiedliche Typen sind? Dann braucht der Bewerber die richtige Taktik.

 

4 Strategien fürs Vorstellungsgespräch

Wenn der Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, begegnet er dem Personaler in aller Regel zum ersten Mal. Der Bewerber hat den Personaler vorher nicht kennengelernt und weiß folglich auch nicht, was für ein Typ er ist. Deshalb sollte der Bewerber die Gesamtsituation aufmerksam beobachten.

Bleibt der Personaler an seinem Schreibtisch sitzen und ruft den Bewerber nur herein oder kommt er zur Tür und begleitet den Bewerber an seinen Platz? Wie spricht der Personaler mit seinen Mitarbeitern oder Kollegen? Ist der Personaler chic und elegant oder eher lässig angezogen?

Beschäftigt sich der Personaler mit dem Bewerber oder eher mit dessen Bewerbungsmappe? Solche Kleinigkeiten können dem Bewerber helfen, den Personaler einzuordnen.

Dabei gibt es im Wesentlichen vier Typen, die dann wiederum die entsprechende Strategie nahelegen:

 

  1. Die Strategie beim unvorbereiteten Personaler

Vielleicht musste der Personaler eine wichtige Aufgabe zu Ende bringen oder ist kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen. Vielleicht ist dem Personaler ein Auftrag dazwischengekommen oder er wurde erst spät über den Gesprächstermin informiert.

Jedenfalls konnte sich der unvorbereitete Personaler nicht auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Daraus macht er aber kein Geheimnis, sondern entschuldigt sich sogar oft dafür beim Bewerber. Auffällig ist auch, dass der Personaler die Bewerbungsmappe regelmäßig zur Hand nimmt und darin nachliest oder sich immer wieder an seinen Notizen orientiert.

Die Strategie: Der Personaler ist zwar meistens erfahren genug, um ein solides Vorstellungsgespräch zu führen. Trotzdem ist der Bewerber gut beraten, wenn er die Initiative ergreift und sich aktiv in die Gesprächsführung einbringt.

So kann er seine Antworten beispielsweise ausführlicher gestalten und wichtige Punkte einbringen, um das Gespräch dadurch auf seine beruflichen Qualifikationen und Stärken zu lenken. Daneben kann er Aspekte einbringen, nach denen der Personaler gar nicht ausdrücklich gefragt hat.

 

  1. Die Strategie beim routinierten Personaler

Der routinierte Personaler ist ein echter Profi und hat viel Erfahrung mit Vorstellungsgesprächen. Im Laufe der Zeit hat er ein bestimmtes Schema entwickelt und arbeitet Punkt für Punkt einen festen Fragenkatalog ab.

So kann er das Gespräch später gut auswerten und den Bewerber mit seinen Mitbewerbern vergleichen. Gleichzeitig hat er sich auf den Bewerber vorbereitet. Deshalb beschäftigt sich der Personaler auch hauptsächlich mit dem Bewerber und weniger mit dessen Bewerbungsmappe.

Der routinierte Personaler kennzeichnet sich außerdem durch eine freundliche, offene und ermutigende Art, durch die er dem Bewerber die Nervosität nehmen möchte.

Die Strategie: Der Bewerber sollte dem Personaler die Gesprächsführung überlassen. Der Personaler wird ohnehin alle wichtigen Punkte ansprechen. Deshalb muss der Bewerber auch nicht versuchen, in jeder Antwort möglichst viele Informationen und Pluspunkte unterzubringen.

Besser ist, wenn er sich auf die Aspekte konzentriert, die der Personaler erfragt hat. Dabei wiederum sollte er versuchen, sich stets auf die angestrebte Stelle zu beziehen und seine Eignung für den Job sowie den Nutzen für das Unternehmen herauszuarbeiten. Der Personaler wird zuhören und bei Bedarf nachfragen. Insofern hilft der Personaler dem Bewerber, gut durch das Gespräch zu kommen.

 

  1. Die Strategie beim karriereorientierten Personaler

Der karriereorientierte Personaler ist eine echte Führungspersönlichkeit. Er hat eine starke Präsenz, tritt selbstbewusst und souverän auf und weiß genau, was er will. Er ist höflich und zuvorkommend, behält die Zügel aber stets in der Hand.

Selbstverständlich hat er sich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Längere Gesprächspausen, zögerliche Fragen oder ein unsicheres Nachlesen in den Bewerbungsunterlagen wird es bei ihm deshalb kaum geben. Oft lässt sich der karriereorientierte Personaler schon am Aussehen identifizieren, denn ein gepflegtes und repräsentatives Erscheinungsbild sind ihm wichtig.

Die Strategie: Beim karriereorientierten Personaler kann der Bewerber mit Zuverlässigkeit, Pflichtbewusststein, Zielstrebigkeit und Loyalität viele Pluspunkte sammeln.

Der karriereorientierte Personaler möchte nämlich Mitarbeiter finden, auf die er sich verlassen und mit denen zusammen er die weiteren Ziele erreichen kann. Der Bewerber sollte deshalb versuchen, nicht nur seine Stärken und seine bisherigen Erfolge zu präsentieren, sondern auch aufzuzeigen, wie er diese konkret nutzen konnte und wie er sie beim neuen Job einbringen würde.

 

  1. Die Strategie beim geradlinigen Personaler

Der geradlinige Personaler ist zwar höflich, zuvorkommend und aufmerksam, tritt aber eher zurückhaltend auf. Er ist gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet, wobei sich seine Gesprächsführung in erster Linie an der ausgeschriebenen Stelle und der Bewerbungsmappe orientiert.

Formalitäten, klare Strukturen, eine solide Organisation und Ordnung haben beim Personaler einen deutlich höheren Stellenwert als persönliche Befindlichkeiten.

Die Strategie: Beim geradlinigen Personaler kann der Bewerber mit Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Organisationstalent, Zuverlässigkeit, Ordnungssinn, einer gründlichen und strukturierten Arbeitsweise oder einer raschen Auffassungsgabe punkten.

Zudem lässt sich der geradlinige Personaler überzeugen, wenn der Bewerber den roten Faden in seinem bisherigen Werdegang herausarbeiten und verdeutlichen kann, dass der angestrebte Job der nächste logische Schritt für ihn ist. Im Unterschied dazu ist der geradlinige Personaler von innovativen Ideen und zu viel Kreativität eher weniger angetan.

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