Falsche Fragen im Vorstellungsgespräch – Infos und Beispiele, Teil 1

Falsche Fragen im Vorstellungsgespräch – Infos und Beispiele, Teil 1

Ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch zu führen, ist fast schon eine Kunst für sich. Denn es kommt nicht nur darauf an, eine gelungene Selbstpräsentation vorzutragen und die Fragen des Personalers überzeugend und aussagekräftig zu beantworten. Genauso wichtig ist, die richtigen Fragen zu stellen. Doch wonach kann sich der Bewerber erkundigen? Wie kann er durch geschickte Fragen sein Interesse und seine Kompetenz unterstreichen? Und auf welche Fragen sollte er unbedingt verzichten?

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Falsche Fragen im Vorstellungsgespräch - Infos und Beispiele, Teil 1

In einem zweiteiligen Beitrag vermitteln wir Infos rund um falsche Fragen im Vorstellungsgespräch, nennen Beispiele und zeigen, wie es besser geht:

Richtige und falsche Fragen im Vorstellungsgespräch

Grundsätzlich ist es gut und wichtig, dass der Bewerber im Vorstellungsgespräch eigene Fragen stellt. Ein Grund dafür ist, dass das Gespräch dem gegenseitigen Kennenlernen dient.

Es geht nicht nur darum, dass das Unternehmen den Bewerber interviewt, um herauszufinden, ob er für die Stelle geeignet ist und ins Team passt. Andersherum hat auch der Bewerber die Möglichkeit, sich einen Eindruck zu verschaffen und für sich zu entscheiden, ob er sich eine Zusammenarbeit mit diesem Arbeitgeber vorstellen kann.

Hinzu kommt, dass der Bewerber durch seine Fragen unter Beweis stellt, dass er ernsthaftes Interesse an dem Job hat. Clevere Fragen eröffnen ihm die Chance, sich von der Masse abzuheben. Er kann aufzeigen, dass er sich auf das Gespräch vorbereitet und gründlich mit der Tätigkeit und dem Unternehmen beschäftigt hat.

In Ratgebern, Foren und den sozialen Netzwerken finden sich zahlreiche Ratschläge vermeintlicher Experten dazu, welche Fragen der Bewerber stellen sollte. Allerdings sind nicht alle diese Tipps wirklich fundiert.

Berufliche Kompetenzen sind im Job natürlich wichtig und viele Tätigkeiten setzen entsprechende Qualifikationen voraus. Aber die sogenannten Soft Skills gewinnen zunehmend an Bedeutung. Fehlen ein paar Kenntnisse, können sie schließlich aufgeholt werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Bewerber lernbereit, flexibel und anpassungsfähig ist.

Auch die Fähigkeit, zu kommunizieren, muss vorhanden sein. Solche Merkmale wird der Bewerber kaum vermitteln können, wenn er pauschale Fragen aus allgemeingültigen Ratgebern übernimmt.

Natürlich spricht nichts dagegen, sich von Ratgebern inspirieren zu lassen. Wir raten aber dazu, sich Fragen zu überlegen, die individuell auf den Bewerber, das Unternehmen und den Job zugeschnitten sind. Der Bewerber sollte im Gespräch natürlich und authentisch sein. Das Gleiche gilt für die Fragen, die er dem Personaler stellt.

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Falsche Fragen im Vorstellungsgespräch – ein konkretes Beispiel

Eine Frage, die der Bewerber unbedingt von seiner Liste streichen sollte, lautet: „Was halten Sie von meiner Bewerbung?“ Gleiches gilt für Fragen, die in eine ähnliche Richtung gehen, also zum Beispiel „Wie schätzen Sie meine Chancen auf eine Zusage sein?“ oder „Haben Sie mit Blick auf meine Bewerbung Bedenken?“

Warum der Bewerber solche Fragen nicht stellen sollte, hat gleich mehrere Gründe. Der erste Grund ist, dass er zu forsch wirken könnte. Eine direkte und offene Art kann zwar gut ankommen.

Doch bevor der Personaler sein endgültiges Urteil fällen kann, muss er das Gespräch erst einmal auswerten. Gut möglich ist auch, dass es noch weitere Kandidaten gibt und der Personaler seine Eindrücke von den verschiedenen Bewerbern abgleichen will.

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Ein weiterer Aspekt ist, dass der Bewerber als ungeduldig erscheint. Doch in vielen Berufen ist genau das Gegenteil gefragt. Im Austausch mit Kollegen oder Kunden ist es gerade wichtig, Geduld zu zeigen, Fragestellungen sorgfältig zu durchdenken und Sachverhalte aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Erweckt der Bewerber den Eindruck, dass er nicht abwarten kann oder zu zügig zur Tat schreitet, könnte das seine Jobchancen schmälern.

Außerdem bringt der Bewerber den Personaler durch solche Fragen in eine unangenehme Situation. Denn einerseits wird sich der Personaler nicht in die Karten schauen lassen wollen. Möglicherweise kann er sich gar nicht festlegen, weil noch weitere Bewerbungsgespräche anstehen oder er Personalentscheidungen nicht alleine trifft.

Andererseits gebietet es die Höflichkeit, Fragen zu beantworten. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass sich ein Unternehmen darum bemüht, potenzielle Mitarbeiter nicht vor den Kopf zu stoßen.

Selbst wenn es mit diesem Job nicht klappt, könnte schließlich eine Option sein, die Bewerbung für eine andere Position oder zu einem späteren Zeitpunkt zu berücksichtigen. Folglich muss der Personaler mehr oder weniger flunkern. Doch das gibt dem Gespräch einen fahlen Beigeschmack und schafft nicht unbedingt die beste Basis für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ein weiterer Grund ist, dass der Bewerber eventuell Zweifel oder Bedenken hervorruft, wo vorher keine waren. Der Effekt ist so ähnlich, wie wenn jemandem gesagt wird, dass er nicht an etwas denken soll.

Diese Aufforderung bewirkt, dass wir gerade daran denken und es uns immer wieder durch den Kopf geht.

Fragt der Bewerber nach, welchen Eindruck seine Bewerbung auf den Personaler gemacht hat, kann es passieren, dass dieser nachdenklich wird und ihm plötzlich Minuspunkte auffallen, denen er bisher weniger Bedeutung beigemessen hatte.

Themen wie Gehalt, Urlaub und andere Vergünstigungen

Natürlich ist für den Bewerber wichtig, wie viel er verdienen wird. Selbst wenn er seinen Job sehr gerne macht, muss er schließlich davon auch leben und seine Rechnungen bezahlen können.

Genauso möchte niemand rund um die Uhr arbeiten, sondern auch seine Freizeit genießen und im Urlaub entspannen. Vergünstigungen wiederum können ein Anreiz sein, sich genau für diesen Arbeitgeber zu entscheiden.

Trotzdem sollte der Bewerber solche Themen nicht von sich aus ansprechen. Denn dadurch erweckt er den Eindruck, dass ihm materielle Dinge und Vorteile wichtiger sind als der Job als solcher.

Ein Unternehmen wünscht sich einen Mitarbeiter, der sich für die Tätigkeit begeistert und sich ins Unternehmen einbringen möchte, und den Job eben nicht nur des Geldes wegen macht. Außerdem wirkt es merkwürdig, wenn sich der Bewerber nach Freizeit und Urlaub erkundigt, obwohl er mit der Arbeit noch gar nicht angefangen hat.

Im Verlauf des Gesprächs wird der Personaler in den meisten Fällen auf die Vergütung, Freizeitregelungen und mögliche Vergünstigungen zu sprechen kommen. Auch das Unternehmen möchte sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und einen neuen Mitarbeiter gewinnen.

Dann kann sich der Bewerber natürlich dazu äußern und Fragen stellen. Bis dahin sollte er die Themen aber ausklammern und verdeutlichen, dass sein Hauptinteresse dem Job gilt.

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Torben Steuer, - Personaler, Martin Bachmann, - Inhaber einer Zeitarbeitsagentur, Martina Schulz, - Bewerbungs- und Personaltrainerin, Christian Gülcan, - Unternehmer, mehrfacher Gründer, Arbeitgeber und Betreiber dieser Webseite, Ferya Gülcan, - Unternehmerin & Arbeitgeberin, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Jobs, Weiterbildung, Berufe, Bewerbungen und die Jobsuche.

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