5 Gründe für einen Jobwechsel trotz schlechterer Bezahlung

5 Gründe für einen Jobwechsel trotz schlechterer Bezahlung

Für einen Jobwechsel kann es viele Gründe geben. Ein ungeschriebenes Gesetz dabei lautet, dass der neue Job auch ein Plus im Geldbeutel mit sich bringen sollte. Oder zumindest keine finanzielle Verschlechterung. Doch wie so oft bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.

Irgendwann im Verlauf des Bewerbungsprozesses kommt das Gehalt zur Sprache. Und die Frage nach den Gehaltsvorstellungen würde vermutlich kaum ein Bewerber mit einem Betrag beantworten, der unter dem liegt, was er bisher verdient hat.

Ein Jobwechsel, egal ob freiwillig oder nicht, soll schließlich mit einer Verbesserung einhergehen. Daher ist es nur verständlich, wenn der Bewerber im neuen Job zumindest das gleiche Geld erwirtschaften will wie im alten Job. Noch besser ist natürlich, wenn er künftig sogar mehr verdient. Und ein höheres Gehalt ist gar nicht abwegig.

Immerhin hat der Bewerber inzwischen mehr Fachwissen und praktische Berufserfahrung gesammelt, die er nun in die Waagschale legen kann.

Andererseits muss sich die Verbesserung durch den neuen Job keineswegs rein am Geld bemessen. Je nach Branche, Arbeitgeber, Region und Job wird sich eine nennenswerte Gehaltssteigerung in der Praxis manchmal gar nicht umsetzen lassen.

Zudem ist das Geld längst nicht der einzige Faktor, an dem der Bewerber seine Entscheidung für oder gegen ein Jobangebot festmachen sollte. Vielmehr gibt es Kriterien, die mit Blick auf die Gesamtsituation eine sehr viel größere Rolle spielen können als das Einkommen. Welche das sind?

Hier sind fünf Gründe für einen Jobwechsel trotz schlechterer Bezahlung!:

 

Grund Nr. 1: günstigere Arbeitszeiten

Je nach Lebenssituation können flexible Arbeitszeiten eine große Entlastung und ein riesiger Pluspunkt sein. Job, Familie und Freizeit lassen sich schließlich sehr viel leichter unter einen Hut bringen, wenn sich der Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten zumindest in gewissem Umfang selbst einteilen kann. Oder wenn er nicht jeden Tag im Büro erscheinen muss, sondern an ein, zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten kann.

Aber es müssen gar nicht immer neue, flexible Arbeitszeitmodelle sein. Vielleicht hatte der Arbeitnehmer bisher einen Job, bei dem er beispielsweise in drei Schichten gearbeitet hat und auch an Wochenenden und Feiertagen regelmäßig im Einsatz war.

Im neuen Job müsste er nur noch in einer oder zwei Schichten arbeiten und hätte die Wochenenden und Feiertage frei. Natürlich geht die zeitliche Flexibilität oder die neu gewonnene Freizeit in vielen Fällen mit finanziellen Einbußen einher. Doch für den Arbeitnehmer kann der Zeitfaktor wertvoller sein und eine größere Verbesserung bedeuten als ein paar Euro mehr im Geldbeutel.

 

Grund Nr. 2: kurzer Arbeitsweg

Für viele Arbeitnehmer ist das Pendeln ein fester Bestandteil ihres Arbeitsalltags. Und selbst wenn eine Fahrt zur Arbeitsstätte nur eine halbe Stunde dauert, gehen dadurch mehrere Stunden Freizeit pro Woche verloren. Wenn der Arbeitnehmer bisher mit dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit fahren musste, sein neuer Arbeitsplatz aber gerade einmal einen kurzen Fußmarsch entfernt ist, kann das also ein klares Argument für den neuen Job sein.

Denn der Arbeitnehmer spart nicht nur kostbare Zeit ein und schont seine Nerven, weil er sich dem morgendlichen Trubel auf den Straßen nicht mehr aussetzen muss. Stattdessen sinken auch die Kosten für den Sprit oder die Fahrkarte deutlich oder fallen sogar ganz weg. Das wiederum kann zur Folge haben, dass sich der neue Job trotz schlechterer Bezahlung besser rechnet.

 

Grund Nr. 3: weniger Belastung

Ständig Überstunden, permanenter Erfolgsdruck, Dauerstress, ein viel zu voller Terminkalender, kaum Zeit für Pausen, stetig wachsende Anforderungen oder ein immer größeres Arbeitspensum, für das immer weniger Zeit zur Verfügung steht: So mancher Arbeitnehmer sieht sich Belastungen ausgesetzt, denen er kaum noch standhalten kann.

Die Freude an der Arbeit geht verloren, während die körperlichen oder psychischen Beschwerden zunehmen. Spätestens an diesem Punkt wird es Zeit, die Reißleine zu ziehen. Ein Job, der zwar schlechter bezahlt wird, dafür aber mit einer deutlichen Entlastung einhergeht, kann sowohl für die Motivation als auch für die Gesundheit Gold wert sein.

 

Grund Nr. 4: bessere Zukunftsperspektiven

Viele Arbeitnehmer sind mit ihrem Job zwar ganz zufrieden. Auf lange Sicht gesehen, möchten sie sich aber weiterentwickeln, sich neuen Herausforderungen stellen oder die Karriereleiter hinaufklettern.

Doch genau das ist nicht in jedem Unternehmen möglich. Bevor sich der Arbeitnehmer gegen einen Job entscheidet, nur weil er etwas schlechter bezahlt ist als sein letzter Job, sollte er sich deshalb die beruflichen Perspektiven näher anschauen. Denn es kann gut sein, dass der neue Job richtig gute Möglichkeiten bietet, aufzusteigen und dadurch dann auch wieder mehr zu verdienen.

 

Grund Nr. 5: anderes Betriebsklima

Ein Arbeitnehmer verbringt einen Großteil seiner Zeit an seinem Arbeitsplatz. Für seine Lebenszufriedenheit und seine Gesundheit ist es deshalb unerlässlich, dass er sich dort auch wohlfühlt. Niemanden ist damit geholfen, wenn der Arbeitnehmer schon beim Gedanken an seinen Job Bauchweh bekommt und sich jeden Morgen regelrecht zum Arbeitsplatz quält.

Selbst die beste Bezahlung kann ein schlechtes Arbeitsklima oder einen Job, der dem Arbeitnehmer einfach keinen Spaß macht, auf Dauer nicht wettmachen. Eine gute Arbeitsatmosphäre, ein freundschaftliches Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten oder die berufliche Selbstverwirklichung können insofern sehr viel gewichtigere Argumente für einen Job sein als nur Geld.

Fazit

Natürlich muss der Arbeitnehmer mit dem Geld, das er verdient, über die Runden kommen. Ein schöner Job, der viel Spaß macht, kann keine Dauerlösung sein, wenn der Arbeitnehmer davon nicht leben kann. Andersherum muss eine geringere Bezahlung nicht zwangsläufig zum K.O.-Kriterium werden.

Verdient der Arbeitnehmer noch immer genug, um seine Kosten zu decken und seinen bisherigen Lebensstandard zu halten, sollte er bei seiner Entscheidung auch andere Aspekte berücksichtigen. Am Ende können das Betriebsklima, die Arbeitszeiten oder die Karriereaussichten eine wesentlich wertvollere Verbesserung sein als die nackte Zahl auf dem Gehaltszettel.

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Veröffentlicht von

Redakteure

Torben Steuer, 44 Jahre, Personaler, Martin Bachmann, 37 Jahre, Inhaber einer Zeitarbeitsagentur, Martina Schulz, 42 Jahre, Bewerbungs- und Personaltrainerin, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Jobs, Weiterbildung, Berufe, Bewerbungen und die Jobsuche.

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