Infos und Tipps für den Quereinstieg, 1. Teil

Infos und Tipps für den Quereinstieg, 1. Teil

Irgendwann stellt sich für die meisten Arbeitnehmer die Frage, wie der berufliche Weg weitergehen soll. In vielen Fällen ist ein neuer Arbeitsplatz im gewohnten Berufsfeld die richtige Entscheidung. Doch manchmal lohnt es sich, über eine Neuorientierung und einen beruflichen Neuanfang nachzudenken.

Keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten im jetzigen Job, eine Kündigung, keine freien Stellen im erlernten Beruf, ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt nach einer längeren Unterbrechung, Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation oder der Wunsch nach einer Veränderung und einem Neuanfang:

Für eine berufliche Neuorientierung kann es die verschiedensten Gründe geben. Doch ein solcher Schritt sollte wohl überlegt und gut vorbereitet sein. In einem zweiteiligen Ratgeber haben wir Infos und Tipps für den Quereinstieg zusammengetragen.

Hier ist der 1. Teil!

 

Was bedeutet Quereinstieg genau?

Es gibt keine allgemeingültige Definition dafür, was ein Quereinstieg ist. Grundsätzlich wird jeder, der in einen Aufgabenbereich, eine Branche oder ein Berufsfeld wechselt, ohne die ansonsten dafür übliche Ausbildung in der Tasche zu haben, als Quereinsteiger bezeichnet.

Ein Quereinsteiger ist also jemand, der einen neuen Job ohne entsprechendes Fachwissen antritt. Anstelle von einem Quereinsteiger wird auch von einem Seiteneinsteiger oder neudeutsch von einem Career Changer gesprochen.

 

Wo ist ein Quereinstieg möglich und wo nicht?

Es gibt Branchen, in denen Quereinsteiger schon seit jeher gerne gesehen sind. Unternehmensberatungen etwa sind ein klassisches Beispiel dafür. Hier besteht das Team aus Beratern, die ursprünglich aus den unterschiedlichsten Bereichen wie der Technik, dem Handwerk, der Industrie, den Natur- und den Geisteswissenschaften kommen.

Auf diese Weise fließen im Beraterteam fächerübergreifende Kenntnisse für die verschiedenen Beratungsgebiete zusammen. Die Versicherungs- und die Immobilienbranche, die Medien, der Tourismus oder die Bereiche Marketing und Vertrieb sind weitere Beispiele für Berufsfelder, in denen Quereinsteiger gute Chancen haben. Die Offenheit gegenüber Seiteneinsteigern hängt aber auch mit der Unternehmenskultur zusammen. So gibt es große, namhafte Unternehmen, die eigens Programme für Quereinsteiger entwickelt haben.

Einige Branchen zeigen aus der Not heraus Interesse an Quereinsteigern, um auf diese Weise dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. In den Pflegeberufen oder in der IT-Branche beispielsweise eröffnen sich auch für fachfremde Bewerber gute Berufsperspektiven.

In einigen Bundesländern gibt es sogar spezielle Schulungen für interessierte Quereinsteiger, die darauf abzielen, auf diese Weise unter anderem die Kinderbetreuung in Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen sicherzustellen. In den sozialen Berufen stehen die Aussichten auf einen Job für Quereinsteiger somit ebenfalls sehr gut.

Allerdings ist ein Quereinstieg nicht überall möglich. Das gilt vor allem für Berufe mit geschützten Berufsbezeichnungen. Wer die entsprechende Ausbildung nicht absolviert und die dazugehörigen Prüfungen nicht abgelegt hat, darf nicht ohne Weiteres als beispielsweise Metzger, Konditor, Friseur, Anwalt oder Apotheker arbeiten. Bei den geschützten Berufen kommt bestenfalls eine Hilfstätigkeit in Betracht. Oder der Quereinsteiger muss sich ein verwandtes Berufsbild aussuchen, das eben nicht geschützt ist.

 

Wie lässt sich ein Quereinstieg umsetzen?

Bevor die berufliche Neuorientierung in die heiße Phase geht, sollte der Jobsuchende erst einmal eine ehrliche und realistische Selbstanalyse durchführen. In diesem Zusammenhang sollte er beispielsweise für sich beantworten:

  • Warum möchte ich mich beruflich neu orientieren?
  • Weshalb bin ich mit meiner jetzigen Situation nicht zufrieden? Was konkret stört mich daran?
  • Bin ich wirklich bereit, in einem neuen, ungewohnten Berufsumfeld noch einmal ganz von vorne zu beginnen?
  • Was wünsche und erhoffe ich mir von meinem neuen Job?
  • Welche Aufgaben und Tätigkeiten liegen mir gut? Was habe ich an meinem bisherigen Beruf besonders gemocht?
  • Welche Aufgaben und Tätigkeiten möchte ich künftig übernehmen und warum?
  • Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften bringe ich für den neuen Job mit? Warum bin ich mir sicher, den Job gut meistern zu können und dort richtig aufgehoben zu sein?
  • Wie viel Risiko kann und will ich eingehen? Komme ich mit der anfänglichen Unsicherheit und damit, dass sich meine Entscheidung als Fehler herausstellen kann, klar?

Allein die Unzufriedenheit mit dem erlernten Beruf oder dem derzeitigen Job reicht als Motivation für eine berufliche Neuorientierung nicht aus. Denn in diesem Fall ist das Risiko, dass sich die alten Muster nach einiger Zeit auch am neuen Arbeitsplatz wiederholen, recht hoch.

Es ist zwar wichtig, dass sich der Jobsuchende bewusst macht, was ihn an seiner aktuellen Arbeitssituation stört oder frustriert. Sein Fokus sollte aber darauf liegen, was er für sich durch den Jobwechsel erreichen will. Ein Quereinstieg in eine neue Branche sollte bedeuten, dass sich der Jobsuchende bewusst neuen Herausforderungen stellen und sich aktiv weiterentwickeln möchte.

Statt Frust sollte daher Enthusiasmus der Antrieb sein. Zumal der Jobsuchende in seinen Bewerbungen plausibel und überzeugend vermitteln können sollte, warum er die richtige Besetzung für die Position ist, auch wenn ihm die branchenüblichen Qualifikationen und die Berufspraxis in diesem Bereich fehlen.

Hat sich der Jobsuchende für ein Berufsfeld entschieden, geht es im nächsten Schritt darum, sich nach den konkreten Einstiegsmöglichkeiten zu erkundigen. Mitunter wird sich der Quereinsteiger auch durch eine Weiterbildung für den neuen Job qualifizieren müssen. Und welche Möglichkeiten es dabei gibt, erklären wir im 2. Teil dieses Ratgebers.

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