Bewerben und Arbeiten in Osteuropa

Bewerben und Arbeiten in Osteuropa 

Wer an Osteuropa denkt, denkt sicherlich in erster Linie an die günstigen Einkaufmöglichkeiten in Polen und Tschechien oder die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten in Moskau oder Sankt Petersburg. 

Aber auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt kann Osteuropa eine interessante Adresse sein, auch wenn die Löhne wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten unter dem Durchschnittsverdienst in Deutschland liegen und es insgesamt schwieriger ist, als Ausländer in Ländern mit hoher Arbeitslosenquote einen Job zu finden.

Hinzu kommt, dass in aller Regel neben Kenntnissen der Landesprache vor allem Berufserfahrung und gute Computerkenntnisse gefordert werden. Aber deutsche Tochterfirmen und internationale Unternehmen, die in Osteuropa tätig sind, bieten teils sehr interessante Jobmöglichkeiten, die zudem die Vorteile haben, dass Deutsch- und Englischkenntnisse ausreichen, die Gehälter mit den Gehältern im Ursprungsland vergleichbar sind und oft zusätzliche Boni wie beispielsweise ein Firmenwagen angeboten werden. 

Die Aufgaben bestehen dann meist darin, als Kontaktperson zwischen der Mutterfirma und der ausländischen Tochterfirma zu fungieren oder den ausländischen Mitarbeitern die altbewährten Arbeitsabläufe näher zu bringen. 

Hier nun die wichtigsten Punkte und Tipps bei der Jobsuche in Osteuropa:

•        Die Stellensuche. 

Staatliche Institutionen in Osteuropa sind in erster Linie für einheimische Jobsuchende gedacht, so dass ausländische Arbeitssuchende hier nur bedingt weiterkommen werden. Eine Ausnahme bildet Litauen, denn hier können auch Ausländer kostenfrei auf staatliche Institutionen bei der Jobsuche zurückgreifen. 

Am erfolgreichsten dürfte die Jobsuche sein, wenn sie direkt an Unternehmen erfolgt, die bereits in Osteuropa tätig sind oder eine Osterweiterung planen, auf Stellenausschreibungen hin oder initiativ. Stellenausschreibungen finden sich in internationalen Jobbörsen und auf den Seiten des Unternehmens, Adresslisten gibt es zudem bei der Außenhandelskammer. 

•        Die Bewerbung. 

Diese unterscheidet sich prinzipiell danach, ob sie an ein internationales oder ein einheimisches Unternehmen gerichtet ist. Osteuropäische Personalleiter legen vor allem Wert auf Berufserfahrung und praktische Kenntnisse, Abschlüsse und Noten treten eher in den Hintergrund. 

Die Bewerbungssprache entspricht der jeweiligen Landessprache und besteht vor allem aus dem Anschreiben und einem Lebenslauf, ein Foto sowie Zeugnisse werden meist nicht erwartet. Bei Bewerbungen für internationale Unternehmen wird das Bewerbungsschreiben in Deutsch oder Englisch verfasst, die formale Gestaltung der Bewerbung folgt den jeweiligen Gepflogenheiten des Landes, in dem sich der Konzernsitz befindet.

•        Das Anschreiben. 

Die Schwerpunkte des Anschreibens sollten neben der Begründung für die Bewerbung auf der Betonung der Berufspraxis und der für die Stelle relevanten Praktika liegen. Zudem sollte das Interesse an dem jeweiligen Land und seiner Kultur bekundet werden. Ansonsten gelten die auch für Deutschland geltenden Regeln. 

Das bedeutet, das Anschreiben sollte nicht länger sein als eine DIN A4-Seite und dabei höflich und aussagekräftig formuliert werden.

•        Der Lebenslauf. 

Auch in Osteuropa wird der Lebenslauf in umgekehrter Reihenfolge verfasst, beginnt als mit der aktuellen oder letzten Tätigkeit, und gliedert sich in die Abschnitte persönliche Daten, Ausbildung, Berufserfahrung, sonstige Kenntnisse, Sprachkenntnisse und Qualifikationen sowie Hobbys. 

Die Tätigkeiten sollten allerdings nicht nur aufgezählt, sondern in einigen kurzen Worten erläutert werden, insgesamt sollte der Lebenslauf nicht länger sein als zwei DIN A4-Seiten. Eine Unterschrift oder ein Bewerbungsfoto sind nicht notwendig. Bei Bewerbungen in Polen sind Computerkenntnisse sehr wichtig. Daher macht es Sinn, diesen einen eigenen Abschnitt mit weiteren Erläuterungen zu widmen. Eine Ausnahme bildet Tschechien. 

Hier wird der Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge verfasst, mit Datum versehen und ein Foto wirkt sich positiv aus. Wichtig ist, dass der Führerschein erwähnt wird, Hobbys hingegen werden nicht aufgeführt.

•        Das Vorstellungsgespräch. 

Auch hier unterscheidet sich das Bewerbungsverfahren wieder danach, um welches Unternehmen es sich handelt. Internationale Unternehmen arbeiten mit Vorstellungsgesprächen, Eignungstest und Assessment Centern, vielfach finden die Gespräche im Ursprungsland statt. Osteuropäische Unternehmen hingegen führen meist nur ein oder mehrere Vorstellungsgespräche. 

Im Zuge der Vorbereitung sollten daher Informationen über das Unternehmen selbst sowie die Umgangsformen im jeweiligen Land gesammelt werden, daneben kann es nicht schaden, wenn die wichtigsten Fachbegriffe in der Landessprache bekannt sind. 

Da die Bewerbung im Regelfall nur aus Anschreiben und Lebenslauf besteht, werden Zeugnisse und Nachweise zum Vorstellungsgespräch mitgebracht. Einen guten Eindruck hinterlassen eigene Fragen, da diese das Interesse an Unternehmen, Land und Leuten bekunden. 

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